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Auftakt nach Maß: TSG Calbe mit doppeltem Punktgewinn gegen SV Gardelegen

20. September 2015

Die TSG Calbe behält zum Saisonauftakt mit dem 5:3-Erfolg gegen Aufsteiger SV Gardelegen beide Zähler in der Rolandstadt.

Dabei konnte die Ausgangslage kaum schlechter sein. Mit Joachim Breitfeld, der im Sommer zum Lokalrivalen Schönebecker SV wechselte, war erneut ein Aderlass im Kader zu verzeichnen. Zum Saisonauftakt fehlten darüber hinaus gleich fünf Spieler aus der Stammacht. Die Gäste waren hingegen nahezu komplett angetreten, so dass nach dem Durchschnitt der Wertzahlen ein ausgeglichenes Duell zu erwarten war. Die Reservespieler aus der 2. Mannschaft sorgten entscheidend dafür, dass am Ende bei der TSG doch noch gejubelt werden durfte.

Den Anfang machte Lars Saretzki. Gegen das schwarze Läuferfianchetto am Damenflügel konzentrierte er seine Kräfte im Zentrum, während der Gegner einen verfrühten Angriff auf den König begann, der jedoch im Ansatz stecken blieb. Saretzki öffnete die Stellung mit Vorteil und eine Springergabel hätte mindestens eine Figur erobert. Sein Gegner opferte jedoch die Dame für zwei Figuren, wovon er die eine nach einer weiteren Springergabel jedoch gleich wieder einbüßte. Mit dem überlegenen Material war der Rest dann nur noch Technik, so dass der Gegner nach wenigen Zügen die Waffen streckte. Es folgte ein kühl herausgespieltes Remis von Frank Brock mit seiner Paradewaffe, der Caro-Kann-Verteidigung. Der Versuch seines favorisierten Gegenübers, am Damenflügel einen Mehrbauern zu gewinnen, konterte Brock mit einem taktischen Gegenschlag im Zentrum, der ihm in der Abwicklung sogar seinerseits einen Mehrbauern einbrachte. Mit dem reduzierten Material war jedoch ein Gewinn kaum möglich, so dass Remis vereinbart wurde. Nur wenig später erhöhte Jürgen Sowada bei seinem Punktspieldebüt in der Landesliga auf 2,5:0,5. Sowada hatte bereits nach 6 Zügen nach einem groben Fehler seines Gegners einen Turm erobert. Mit dem Materialvorteil spielte er die Stellung sauber runter, lies kein Gegenspiel mehr zu und siegte schließlich mit durchschlagendem Mattangriff auf den König, der ihm weiteres Material eintrug. In hoffnungsloser Stellung gab sein Gegenüber darum auf. Doch die Gäste schlugen nochmal zurück. Hannes Krausholz hatte im Zentrum versäumt, die Lage durch Bauerntausch zu vereinfachen, büßte stattdessen seinerseits einen wichtigen Zentralbauern ein und hatte hernach gegen seinen klar favorisierten Gegner einen schweren Stand. Das Bauernzentrum seines Gegners kam nun entscheidend zur Geltung und nach einem weiteren Bauernverlust geriet auch der König ins Visier der Leichtfiguren. Ein Konterversuch drang nicht mehr durch und der Gardeleger spielte den Vorteil zum Sieg. Dies sollte jedoch die einzige Niederlage der Calbenser bleiben. Es folgte ein weiteres Remis durch Klaus Krausholz. Beide Seiten hatten zu unterschiedlichen Seiten hin rochiert, wobei der Kampf sich jedoch auf den Damenflügel reduzierte, wo Krausholz seinen König gesichert hatte. Doch der Versuch, die Königsfestung einzureißen, schlug fehl. Der Calbenser konnte die Bauernstellung geschlossen halten und so wurde in der ausgeglichenen Stellung Remis vereinbart. Das nächste Remis gab es durch Thomas Mühlen. In der modernen Verteidigung war das Zentrum lange geschlossen geblieben, ehe Mühlen am Damenflügel einen Bauernvorstoß in die Wege leitete. Der Gegner klärte jedoch durch Abtausch die Lage, ein Vorteil war nicht zu sehen, so dass auch hier Remis gegeben wurde. Den Mannschaftssieg stellte dann Hartmut Backe sicher. In der Englischen Eröffnung hatte der Gästespieler zunächst einen Freibauern bis nach b7 vorantreiben können. Doch Backe behielt kühlen Kopf und kam mit Dame und Springer zu starkem Gegenspiel, welches ihm schließlich in der Abwicklung einen Mehrbauern eintrug. Nachdem auch die letzten beiden Figuren getauscht worden waren, spielte er das Bauernendspiel dann sicher in den Hafen. Die letzte noch laufende Partie des Tages von Karl-Heinz Ulrich war nun bedeutungslos geworden, so dass in der ausgeglichenen Stellung ein weiteres Remis vereinbart wurde.

Calbe I: Karl-Heinz Ulrich (1/2), Thomas Mühlen (1/2), Hartmut Backe (1), Klaus Krausholz (1/2), Hannes Krausholz, Lars Saretzki (1), Frank Brock (1/2), Jürgen Sowada (1)

Die zweite Mannschaft der TSG Calbe hatte den Lokalrivalen Schönebecker SV zu Gast. Aufgrund der zahlreichen Abstellungen für die erste Mannschaft war quasi das Reservoir an überhaupt zur Verfügung stehenden Spielern erschöpft, so dass sich die Mannschaft von selbst aufstellte. Gegen die dadurch nach Wertzahlen klar favorisierten Gäste gab es darum eine deutliche 1:5 Niederlage. Lediglich Thomas Wieske und Dominik Bauermeister konnten ihren Gegner Paroli bieten und sicherten sich jeweils ein Remis. Rainer Irrgang, Frank Hain, Tim Wandsleb und Nachwuchsspieler Moritz Wieschke bei seinem Debüt in der 2. Mannschaft unterlagen ihren Gegnern.

Calbe II: Thomas Wieske (1/2), Dominik Bauermeister (1/2), Rainer Irrgang, Frank Hain, Tim Wandsleb, Moritz Wieschke

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Karl-Heinz Ulrich
Dieser Artikel wurde am 20.September 2015 von Karl-Heinz Ulrich veröffentlicht und wurde unter Schach abgelegt.