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„Deutschland sagt Nein zum Tiermorden e.V.“ besuchte Jette

19. Oktober 2012

Calbe – Der Vorsitzende des Vereins Jens Waldinger besuchte den Wartenberg und verschaffte sich einen Überblick über die Lebensbedingungen der Braunbärin Jette.

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Jens Waldinger ist am 13.10.2012 unangemeldet! und überraschend nach Calbe gefahren, um zu sehen, wie die derzeitige Lage vor Ort ist.

  • Liegt Jette apathisch in der Ecke?
  • Bekommt sie nur Brot?
  • Leidet sie?

Ein Appell des Vereins

Aber eins vorweg: Eine dringende!! Bitte und eindringlicher Appell!!!

Wir alle von Deutschland sagt Nein zum Tiermorden e.V. distanzieren uns ausdrücklich!! von jeder Form der Menschenhetze und das erwarten wir auch von Euch.

Wir protestieren gegen die nicht artgerechte Haltung der Bärin Jette, wir rufen nicht zu Mobbing / Stalking und Bedrohungen von Mitarbeitern der Stadt Calbe auf!

Heute vor Ort haben wir mit Entsetzen festgestellt, dass Mitarbeiter der Stadt Calbe telefonisch, per Mail und persönlich!! derart bedroht wurden, dass sie in Angst leben, ihre Nummern austauschen müssen und dergleichen mehr!

DAS HEISSEN WIR NICHT GUT UND UNTERSTÜTZEN WIR IN KEINSTER WEISE!!!!

Also bleibt sachlich beim Protest und nutzt bitte unsere Vorgaben und nur diese!

Jens Waldinger beschreibt seine Eindrücke

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Jette frisst im Außengehege | Foto: J.W.

Zum Besuch, wir sind die 500km (eine Strecke) heute morgen gestartet. Der Wartenberg selber ist durch ein Navi nicht zu finden, man musste sich also vor Ort durchfragen. Viele Kilometer Kopfsteinpflaster und Schotterwege später, kamen wir dann an

Der Zwinger selber befindet sich in einem kleinen Waldstück, hinter einem “Trimm Dich Pfad!”

Leider wirklich jederzeit! zugänglich, die Gänse werden aber Nachts weggeschlossen, das heisst einfach hingehen und stehlen geht nicht. Genauso wie die Gerüchte, es stehen kleine Käfige voller Meerschweinchen am Wegesrand wo man einfach reingreift und mitnimmt, auch das gibt es dort nicht!

Als wir ankamen lag Jette nicht! apathisch in einer Ecke, sie lag fressend auf der Erde und hatte auch reichlich Gemüse neben sich liegen, also dafür wird gesorgt. Sie sah nicht unterernährt oder krank aus, allerdings sehr sehr alt, das hat man gemerkt.

Sie hat sich sehr behäbe bewegt, fast schon andächtig!

Wir haben sie dann eine ganze Zeit lang beobachtet und uns dann, den Rest des Parks angesehen!

Der Park ist jeden Tag geöffnet, allerdings sind auch an 7 Tagen die Woche Tierpfleger vor Ort!

Eine haben wir gefunden und direkt angesprochen. Sie gab uns wirklich sehr freundlich und bereitwillig Auskunft. Beide Tierpflegerinnen haben zusammen über 30 Jahre Berufserfahrung und kommen wirklich auch aus dem Bereich wurde uns versichert.

Ich durfte mir auf ihrem Handy Videos vom Juli 2012 ansehen auf dem “Jette” genüsslich an Hühnchenfleisch nagt, ich hoffe das ich diese Videos noch bekomme, dann poste ich die nachträglich in den Bericht! (Nachtrag: Video », Fotos »)

Ausnahmsweise durfte ich auch mit in den Wirtschaftsbereich  gehen direkt vor die Durchlaufschleuse  wo “Jette” von ihrem Betonzwinger in den Auslauf überlaufen kann.  Natürlich unter Einbehaltung sämtlicher Sicherheitsbestimmungen, nochmals danke dafür.

“Jette” reagiert auf Zuruf ihrer Pflegerin, sie kam sofort an die Schleuse und ist auch sofort vom Betonzwinger (der wirklich karg und bedrückend aussieht) in das Gehege gelaufen.

Dort hat sie sich dann interessiert vor mir niedergelassen und mich aus müde wirkenden Augen angesehen, sehr ergreifender Moment! Ein wirklich schönes Tier!

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Jens Waldinger und Jette | Foto: J.W.

Weil im Internet immer wieder die Gerüchte aufkamen, dass “Jette” auf Beton schläft war die Pflegerin so freundlich und hat Fotos für uns gemacht, sie ist in “Jettes” Höhle gegangen (Jette war zu diesem Zeitpunkt in der Bärenzwiebel, alle Durchgangstüren waren verschlossen, Sicherheit war gewährleistet) und hat Fotos für uns gemacht!

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Jettes Schlafplatz: Stroh in der Höhle | Foto: J.W.

Also es liegt wirklich permanent Stroh in dieser Schlafhöhle.

“Jette” baut sich aus ihrem Stroh eine Kuhle und schläft dort dann auch auf Stroh, also nicht auf nacktem Stein!

Ich habe mir auch andere “Leckerchen” für “Jette” zeigen lassen, z.B. Kaninchenfleisch.

Die Angestellten vor Ort bemühen sich wirklich um ihre Tiere, ich hab mir auch das Futter für die Esel / das Pony zeigen lassen. Da gab es Mais, Hafer und vieles mehr was miteinander vermischt wird und ausreichend vorhanden war!

Wie können wir nun helfen? Wie wollen wir weitermachen?
Am 22.10.2012 treffen sich Experten um darüber zu beratschlagen, wie es weitergehen soll

“Jette” ist ein unglaublich alter Bär, dass darf man nicht vergessen. Die Mitarbeiter vor Ort kümmern sich wirklich rührend um “Jette”. Wie gesagt, sie wurde gerufen und kam sofort angewatschelt!

“Jette” bereitet sich nun auf den Winterschlaf vor, wir alle haben die Hoffnung das sie aus diesem auch wieder putzmunter erwacht!

Es gibt im Ort Calbe nur einen Lebensmittel Laden, der Futterreste an den Tierpark spendet. Machen wir uns nichts vor, Calbe ist keine Großstadt und für mich Mensch aus den alten Bundesländern waren die Strassenverhältnisse und auch die Infrastruktur erschreckend!

Also fair bleiben!

Wir sollten nach dem Gespräch anfangen, Patenschaften für Jette zu vermitteln? Vielleicht gibt es jemanden der der alten Dame helfen mag, auch weiter gutes Futter zu bekommen und ihr entsprechendes Sponsoren?

Wir bleiben definitiv am Ball und hoffen erstmal, dass “Jette” aus dem Winterschlaf erwacht und das die Gespräche am 22.10 zu einem guten Abschluss kommen!

(Text und Fotos: Jens Waldinger – Vorsitzender „Deutschland sagt nein zum Tiermorden“ e.V.)

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N. Hein (nhe)
Dieser Artikel wurde am 19.Oktober 2012 von N. Hein (nhe) veröffentlicht und wurde unter News abgelegt.