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Jungeulen sorgen für Aufmerksamkeit in Calbes Innenstadt

22. Juli 2017

Vier junge Eulen sorgen derzeit für jede Menge Aufmerksamkeit und zuweilen auch kräftige Verschmutzung in der Calbenser Loewe-Straße. „Wir wurden bereits mehrfach angesprochen und es kursieren zuweilen sehr wirre Gerüchte über die derzeitigen in einem Baum lebenden jungen Waldohreulen“, informierte Bürgermeister Sven Hause.

Foto: PM

Die Angelegenheit sorgte gar dafür, dass dieser Tage eine gemeinsame Begehung mit einem Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde des Salzlandkreises erfolgte. Beim Salzlandkreis ging gar eine anonyme Anzeige ein, dass die Eulen beim Fällen von Bäumen vertrieben wurden und sie in der Wilhelm-Loewe-Straße in eine Linde geflohen sind. „Dies ist eher auszuschließen, da seit März 2017 keine Fällungen mehr im unmittelbaren Umfeld erfolgten. Vielmehr besteht die Vermutung, dass sich die Tiere vorher im näheren Umfeld der Kirche oder dem kürzlich abgerissenen ehemaligen BHG-Gebäude Ecke Breite/Entengasse aufgehalten haben. Waldohreulen benötigen ein offenes Gelände mit ausreichend Freiflächen, um einen genauen Blick auf die Beute zu haben. Am Kirchplatz herrschten demzufolge ideale Bedingungen“, so Hause weiter. Gemäß der Information einer unmittelbar betroffenen Einzelhändlerin halten sich die Eulen seit etwa drei Wochen in der Linde auf.

Durch einen Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde wurde eingeschätzt, dass es sich um vier so genannte Ästlinge der Gattung Waldohreule handelt. Diese Jungeulen haben zwar bereits das Nest bzw. die Bruthöhle verlassen, werden jedoch auf Ästen sitzend weiterversorgt und sind auf die Fütterung durch die Elternteile angewiesen. Die Elternteile befinden sich in der näheren Umgebung und füttern ihr Jungen in der Nacht.

Aufgrund des sichtbaren Entwicklungsstandes ist davon auszugehen, dass sich die Jungtiere allenfalls noch ein paar Wochen dort aufhalten, bis sie flugtauglich sind. Damit einher geht eine starke Verschmutzung der Sitzfläche durch Vogelkot. „Wir werden daher die Sitzflächen zeitweilig abbauen und intensiv säubern lassen. Sobald die Eulen weitergezogen sind, werden die Bänke wieder aufgestellt “, versichert der Bürgermeister.

Die Waldohreule (wiss. Name: „Asio otus“) ist laut Anhang A Nr. 338/97 der Verordnung der Europäischen Gemeinschaft eine streng geschützte Art und wird deshalb aus naturschutzfachlichen Gründen (Bundesnaturschutzgesetz) an diesem Standort vorerst verbleiben. So ist es verboten wildlebende Tiere der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen und ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen.

(PM)

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L.Rode (lro)
Dieser Artikel wurde am 22.Juli 2017 von L.Rode (lro) veröffentlicht und wurde unter News abgelegt.