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TSG Calbe nach hartem Kampf Tabellenführer der Landesliga A!

18. Januar 2015

Die TSG Calbe kam am fünften Spieltag der Landesliga A zu einem hart erkämpften 5:3-Heimsieg über die Reserve des USC Magdeburg. Zeitgleich verlor der Staffelfavorit, die erste Mannschaft des USC, die bislang verlustpunktfrei die Tabelle angeführt hatte, mit 3,5:4,5 bei Aufbau Elbe Magdeburg III. Calbe gelingt dadurch der Sprung an die Tabellenspitze.

Die Rolandstädter sind zudem die einzige noch ungeschlagene Mannschaft. Allerdings liegen der bisherige Tabellenführer und der starke Aufsteiger Aufbau Elbe Magdeburg III sowie Eintracht Tangerhütte nach dem Kantersieg über Schlusslicht Turm Wahrburg nur einen Mannschaftspunkt hinter Calbe in Lauerstellung.

Die TSG konnte zum dritten Heimspiel der Saison wiederum in Bestbesetzung auflaufen. Zunächst lief alles nach Plan, nachdem Erik Wandsleb mit den schwarzen Steinen ein sicheres Remis erspielen konnte. Der Weißspieler hatte zwar leichtes Übergewicht, beide Parteien riegelten aber die Stellung durch ihre Bauernketten ab und einigten sich sodann friedlich auf Unentschieden. Die Gäste gingen sodann zum ersten aber auch einzigen Mal an diesem Tag in Führung, als Kapitän Ralf Dahlke es verpasst hatte, frühzeitig im Zentrum Gegenspiel zu organisieren. Die Gästespielerin kam dadurch ihrerseits zur Linienöffnung und Angriff auf den gegnerischen König. Dahlke opferte einen Springer, ohne den Angriff abwenden zu können und gegen die nun gelockerte Königsstellung drang sie schnell und entscheidend im Mattangriff durch. Doch auf Alfred Weigelt ist diese Saison hundertprozentig Verlass, im wahrsten Sinne des Wortes. Weigelt hatte wiederum sein Flügelspiel aufgezogen, gegen das sein Gegner kein Rezept fand. Während die Versuche, im Zentrum zu Angriff zu kommen, geschickt geblockt wurden, kam Weigelt seinerseits nach langer Rochade am Königsflügel zu Angriff. Ein Springeropfer im Zentrum zerbröselte schließlich die Stellung seines Gegners, der die Wahl zwischen Qualitätsverlust oder Matt hatte. Der Gegner gab darum die Partie auf. Es war Weigelts fünfter Streich im fünften Spiel! Kein anderer Spieler der Landesliga kann so eine makellose Bilanz vorweisen! Hartmut Backe am Spitzenbrett besorgte dann die Führung für die TSG. Backe war besser aus der Eröffnung gekommen und hatte frühzeitig das Läuferpaar ergattert, welches ihm gutes Spiel verhieß. Im Bemühen, gegenzuhalten gab der Gegner einen Bauern, um zugleich den starken weißfeldrigen Läufer Backes abzutauschen. Doch der Druck im Zentrum war weiterhin groß und führte zu einem weiteren Bauernverlust, wonach Backe bequemes Spiel hatte, zumal sein Freibauer im Zentrum bereits bis auf die dritte Reihe vorgedrungen war. Nach einem Scheinopfer des Springers geriet zudem der weiße König ins Visier der schwarzen Dame. Die folgende Abwicklung führte zu einem Endspiel mit Dame und fünf Bauern gegen Dame und zwei Bauern, dass Backe dann sicher nach Hause spielte. Bei diesem Spielstand konnte Joachim Breitfeld seine Partie Remis geben. Der halbe Punkt war allerdings glücklich zustande gekommen, nachdem Breitfeld einen Bauern seiner Königsstellung eingebüßt hatte. Doch dank der geschlossenen Stellung konnte Breitfeld mit seinem Springer durch Zugwiederholung immer wieder die Rückeroberung des Bauern drohen, weshalb Remis vereinbart wurde. Karl-Heinz Ulrich stellte sodann durch seinen kühl herausgespielten Sieg auf 4:2 für die TSG. Ulrich hatte ein ungenaues Läufermanöver des Gegners für Gegenangriff am Damenflügel genutzt, wodurch die weiße Bauernformation aufgerissen und Ulrich seine Stellung unter Aufstellen von kleinen Drohungen immer weiter verbessern konnte. Allerdings wurde dann ein frühzeitiger Bauerngewinn auf c3 verpasst, der die Partie wohl eher entschieden hätte. Doch der permanente Druck war zermürbend und führte schließlich zum entscheidenden Fehler, als Ulrich nach einer Springergabel die Qualität gewinnen konnte. Zwar war zugleich Ulrichs Turm auf der a- Linie eingeengt, doch dessen Eroberung unter Rückgewinn der Qualität führte dazu, dass Ulrich am anderen Flügel Bauern gewann, die schließlich das Match für Ulrich entschieden. Doch der Mannschaftssieg war auch jetzt noch nicht in Sichtweite, nachdem Thomas Mühlen im Turmendspiel mit Minusbauer hart zu kämpfen hatte, um überhaupt im Spiel zu bleiben. Mühlen hatte aus der Eröffnung heraus keinen Vorteil erzielen können und war seinerseits am Königsflügel unter Druck geraten, der nur durch Hergabe eines Bauern halbwegs abgewendet werden konnte. Und bei Andreas Ernst war zu dem Zeitpunkt in komplizierter Stellung noch gar nicht abzusehen, wer die Oberhand behalten würde. Mühlen hatte schließlich einen zweiten Bauern eingebüßt und doch nach ungenauem Spiel seines Gegners die Möglichkeit, durch Turmtausch in ein nicht mehr gewinnbares Bauernendspiel einzulenken. Doch statt diesen letzten Strohhalm zu ergreifen, griff er fehl und verlor einzügig die Partie. Damit musste die letzte laufende Partie von Ernst die Entscheidung bringen, ob Calbe beide Mannschaftspunkte behalten würde. Keine Partie für schwache Nerven, besonders nicht für die jetzt zahlreichen Kiebitze aus beiden Lagern. Ernst hatte zunächst leichten Vorteil gehabt, ohne allerdings entscheidend nach vorne kommen zu können. Sein Gegner konnte sich zunehmend konsolidieren und seinerseits Gegendrohungen im Zentrum aufstellen. Nach einem Springeropfer schien sich das Blatt zugunsten des Gegners zu wenden, doch Ernst hatte die Möglichkeit erspäht, seinerseits am Königsflügel unter Bauerngewinn den gegnerischen König ins Visier zu nehmen. Nun packte sein Gegner einen noch größeren Hammer aus und opferte noch einen Turm, verpasste dann aber die weitere Abwicklung unter Damentausch. Das wiederum führte zum entscheidenden Konter durch Ernst im Königsangriff. Matt in sieben Zügen war möglich, und Ernst fand diesen Gewinnweg tatsächlich und besorgte so nach gespielten 5 Stunden und 55 Minuten den umjubelten 5:3-Endstand für Calbe.

Calbe I: Hartmut Backe (1), Thomas Mühlen, Karl-Heinz Ulrich (1), Joachim Breitfeld (1/2), Erik Wandsleb (1/2), Alfred Weigelt (1), Ralf Dahlke, Andreas Ernst (1)

Zweite Mannschaft gewinnt Derby gegen Schönebeck

Die zweite Mannschaft der TSG kam in der Bezirksliga Süd-Ost zu einem klaren 4:2-Heimsieg. Die Gäste reisten nur mit fünf Spielern an, so dass Georg Mollwitz an Brett 6 kampflos den ersten Punkt für Calbe erhalten hatte. Für Calbe kamen außerdem Frank Brock und Thomas Wieske zum vollen Punkt. Klaus Krausholz und Lars Saretzki teilten sich die Punkte jeweils mit ihren Gegnern, Hannes Krausholz unterlag. Calbe II bleibt in der Tabelle dem USC Magdeburg IV weiter dicht auf den Fersen.

Calbe II: Lars Saretzki (1/2), Klaus Krausholz (1/2), Hannes Krausholz, Frank Brock (1), Thomas Wieske (1), Georg Mollwitz (1)

(PM)

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L.Rode (lro)
Dieser Artikel wurde am 18.Januar 2015 von L.Rode (lro) veröffentlicht und wurde unter Schach abgelegt.