Anzeige:

Wichtige Punkte im Abstiegskampf – TSG Calbe bezwingt USC Magdeburg II

17. Januar 2016

Die TSG Calbe behält beim knappen 4,5:3,5-Heimsieg über den USC Magdeburg II beide Zähler in der Rolandstadt. Die Begegnung war hart umkämpft. Erst nach fünf Stunden fiel die Entscheidung. Am Ende hatte Calbe auch das nötige Quäntchen Glück. Die TSG kann sich damit zunächst wieder etwas Luft im Abstiegskampf schaffen.

Calbe ging ohne Kapitän Ralf Dahlke in das richtungweisende dritte Heimspiel der Saison. Für ihn rückte Geburtstagskind Steffen Sacher in die Mannschaft. Bei den Gästen fehlten die etatmäßigen Bretter drei und vier. Nach knapp einer Stunde gab Erik Wandsleb seine Partie Remis, nachdem sein Springerpaar im Zentrum durch Tausch beseitigt und für keine Seite Vorteil zu erkennen war. Nur eine halbe Stunde später folgte Remis Nummer 2 durch Lars Saretzki. Im Dameninder konterte er den Angriff seines Gegners in der c-Linie mit einem Gegenangriff im Zentrum, etablierte dort einen Springer und sicherte sich so gleiches Spiel. Es folgte das dritte und letzte Remis des Tages an Brett 3. Hartmut Backe sah sich nach langer Rochade seines Gegners einem Angriff am anderen Flügel ausgesetzt, der aber nicht durchzudringen vermochte, weil Backe geschickt die Linien geschlossen hielt. Sein Gegner verlagerte daher den Angriff auf den Damenflügel, gewann auch einen Bauern, der aber wegen der ungleichfarbigen Läufer der Kontrahenten und der geschlossenen Position nicht zu verwerten war. Daher wurde Remis vereinbart. Dann die Führung für die Gäste. Auch hier gab es die lange Rochade des Gegners und ein Versuch des Königsangriffs am anderen Flügel, der jedoch im Ansatz stecken blieb. Nach Öffnen der a-Linie geriet Alfred Weigelt jedoch in positionellen Nachteil und der Versuch, durch Turmabtausch zu vereinfachen führte zu entscheidendem Bauernverlust. Andreas Ernst besorgte dann den nach dem Spielverlauf glücklichen Ausgleich. Ernst hatte im Damengambit einen zweischneidigen Angriff am Damenflügel inszeniert, der zu deutlichem Stellungsvorteil geführt hatte. Ein ungenauer Damenzug ließ die Partie jedoch völlig umkippen, nachdem sein Läufer im Zentrum von gegnerischen Bauern eingekreist war und verloren ging. Die Partie schien verloren, doch nachdem sein Gegner nicht konsequent nachgesetzt hatte, kam Ernst durch den Vormarsch seines e-Bauern gegen den gefesselten schwarzen Springer wenigstens zu Ausgleich. Ein Figureneinsteller beendete jedoch die Partie sofort zugunsten von Ernst. Dann die erneute Führung für die Gäste, nachdem Steffen Sacher zu viel Zeit verbraucht hatte, seinen Gambitbauern zurück zu erobern, während sein Gegner wiederum seine Figuren optimal zum Konterangriff aufstellen konnte. Zwangsläufig fiel dadurch der nächste Bauer und nach Abtausch aller Figuren drang der Gästespieler mit seinem Freibauern entscheidend zur Grundreihe durch. Doch Thomas Mühlen gelang der erneute Ausgleich für die TSG. Er hatte seinen Läufer gegen einen Springer getauscht und dadurch Bauernschwächen am Damenflügel geschaffen, die sein zweiter Springer auszunutzen gedachte. Der Versuch eines Gegenspiels im Zentrum blieb stecken, während Mühlen nach Bauerngewinn einen gedeckten Freibauern auf der a-Linie behielt. Durch konsequenten Abtausch aller Figuren blieb ein Endspiel mit drei verbundenen Freibauern auf dem Brett das technisch leicht zum Gewinn zu führen war, weshalb sein Gegner die Waffen streckte. Alles konzentrierte sich nun auf die letzte laufende Partie von Karl-Heinz Ulrich. Im Sizilianer blieb der Figurenangriff seines Gegners im Ansatz stecken. Ulrich tauschte den starken schwarzfeldrigen Läufer seines Gegners ab und etablierte einen ideal postierten Springer auf c5, der den weißfeldrigen Läufer seines Gegners zum Statisten degradierte. Nach Abtausch beider Türme beherrschte er die einzig offene Linie. Zug um Zug verbesserte er sodann seine Stellung, während der Gegner nur tatenlos zusehen und immer wieder kleine Drohungen abzuwehren hatte. Schließlich drang Ulrich nach Tausch der Damen mit seinem zentralisierten König in die weiße Stellung ein und schuf sich einen Freibauern, der die Partie entschied.

Karl-Heinz Ulrich (1), Thomas Mühlen (1), Hartmut Backe (1/2), Andreas Ernst (1), Alfred Weigelt, Erik Wandsleb (1/2), Lars Saretzki (1/2), Steffen Sacher

 

TSG Calbe II unterliegt deutlich beim Tabellenführer

Die zweite Mannschaft der TSG unterlag in der Bezirksliga Süd-Ost bei Tabellenführer USC Magdeburg IV am Ende deutlich mit 0,5:5,5. Aus der Stammsechs halfen Lars Saretzki und Steffen Sacher in der ersten Mannschaft aus, zudem musste Christian Krausholz ersetzt werden. Die Reservespieler taten sich gegen die klar favorisierten Gastgeber schwer. Tim Wandsleb unterlag seinem um gut 300 DWZ-Punkte besser eingestuften Gegner nach anderthalb Stunden. Hannes Krausholz war es vorbehalten, den einzigen halben Zähler für die Gäste zu sichern. Frank Brock hatte bereits in der Eröffnung Material verloren, geriet dann durch die schlechtere Bauernstruktur in entscheidenden Nachteil. Dominik Bauermeister geriet im Mittelspiel in eine Fesselung und büßte dadurch eine Figur ein. Georg Mollwitz hatte ebenso nach Bauernverlust in der Eröffnung Positionsnachteil, der später die Partie entschied. Kapitän Klaus Krausholz hatte immerhin eine Resultatsverbesserung vor Augen, als er nach guter Verteidigung in der Anfangsphase zum Gegenangriff am Königsflügel kam. Doch statt weiter konsequent anzugreifen, machte er einen Verteidigungszug im Zentrum, der schließlich das entscheidende Tempo kostete und zum Partieverlust führte. Calbe steht damit vorerst auf einem Abstiegsrang und wird es schwer haben, die Klasse zu halten.

Calbe II:

Klaus Krausholz, Hannes Krausholz (1/2), Frank Brock, Georg Mollwitz, Dominik Bauermeister, Tim Wandsleb

 

 

Sind Sie bei Facebook? Bleiben Sie mit uns am Ball - Calbenser Journal auf Facebook »

Karl-Heinz Ulrich
Dieser Artikel wurde am 17.Januar 2016 von Karl-Heinz Ulrich veröffentlicht und wurde unter News, Schach abgelegt.